Sonntag, 1. Januar 2012

Unser letzter Tag in Sapa

Unser Shuttlebus sollte um 14 Uhr die Ecolodge verlassen, so dass wir noch den gesamten Vormittag zum Entspannen hatten. Bewaffnet mit Büchern...
...haben wir es uns auf der sonnigen Terasse gemütlich gemacht - eine Herrlichkeit!
Und was mussten wir dort entdecken??? Das wir nicht einmal hier in den Bergen vor vietnamesischen Hochzeitsshootings sicher sind...
Ein kurzer Blick auf Sapa musste reichen, denn wir wollten unbedingt das Rugby Worldcup Finale (zwischen Neuseeland und Frankreich) sehen.
Glücklicherweise dauerte es nur den Bruchteil einer Sekunde bis uns die erste Bar entgegensprang die das Finale live übertrug - wir waren begeistert. Björni genehmigte sich ein Bierchen, ich einen Mangojuice und zusammen verzwickten wir noch ordnungsgemäß eine Pizza, bevor es um 18 Uhr nach Lao Cai zum Bahnhof ging.

Zweite große Wanderung

Am nächsten Tag stand ein weiteres Abenteuer auf dem Programm: Wir wurden mit einem russischen Militärjeep abgeholt, der...
...wie man sieht sehr spatananisch ausgestattet war und sicherlich in Deutschland aus umwelt- und sicherheitstechnischen Gründen nicht mehr gefahren werden dürfte, aber in Sapa ein beliebtes Verkehrsmittel war (man entdeckte sie desöfteren in den Dörfern).
Über Stock und Stein ging die abenteuerliche Ruckelfahrt bis wir nach ca. einer Stunde in einem Nachbartal ankamen. Erstaunlich aber wahr - der Jeep erwies sich als zuverlässiges Transportmittel der sich erfolgreich durch Schlaglöchern und tiefen Schlamm wühlte.
Im Tal angekommen führte uns der Guide erst durch einen Wald und dann erneut durch Reisfelder die eine spektakuläre Aussicht boten.
Eine erste Pause legten wir an einem kleinen Flüsschen ein, wo wir unsere Schuhe und Beine vom Schlamm befreien konnten.
Die zweite Etappe ging direkt am Flussufer entlang bis wir den schwierigen Part, bestehend aus leichtem Klettern erreicht hatten. Hier war sogar der Einsatz unserer Hände gefragt.
Oben angekommen waren wir bissli aus der Puste und begeistert vom angebotenen Bergpanorama. Zwischendurch hatten wir noch einen kleinen Stopp bei einem Reisbauern eingelegt und uns sein Haus angeguckt - sehr mittelalterlich für europäische Verhältnisse. Aber sie sind glücklich mit dem bisschen was sie haben und zu Touristen sehr freundlich und offen - typisch vietnamesisch eben.
Unterwegs trafen wir erneut auf viele Tierchen, vor allem kleine Ferkel die sich im Sand und Gras vergnügten.
Der Rückweg führte über eine unbeschwerliche Schotterstraße unterhalb derer sich das Flüsschen seinen Weg durch das Tal suchte.
In der Ecolodge angekommen setzte die Abenddämmerung bereits ein und wir genossen ein Wolkenschauspiel von der Terasse aus.

Erste große Wanderung

Unsere erste große Wanderung führte direkt von der Ecolodge zum nächsten Nachbardorf. Bei Nebel und Nieselregen ging es los und auch bei diesem Mistwetter waren die wolkenbehangenen Berge beeindruckend.
Aber wir waren natürlich bestens ausgerüstet...
...und stellten uns dem schlechten Wetter mit guter Laune und Vorfreude entgegen.
Wie wir alle wissen kann sich das Wetter in den Bergen seeeeeehr schnell ändern und so war es auch an diesem Tag, denn nach kurzer Zeit kamen die Reisfelder zum Vorschein.
Der Hinweg führte uns durch die Reisfelder was auf Grund des Wetters zwischenzeitlich eine matschige...
...und auch feuchte Angelegenheit war. Aber zum Glück wurde der Schwangeren immer eine Hand angeboten.
Auch Tierchen - wie hier ein dickes Hängebauchschwein - waren mit von der Partie und für uns begehrte Fotoobjekte.
Zwischendurch kam immer mal wieder der Nebel zurück, aber es blieb trocken und wir genossen die Bergwanderung in vollen Zügen. Als wir die Ecolodge wieder erreichten kam die Sonne raus und wir konnten uns bei herrlicher Aussicht perfekt für den nächsten Wandertag erholen.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Buffalotrail

Nach dem Ausruhen schmissen wir uns in unsere Wanderkleidung und entschieden uns für eine erste Kurz-Wanderung zur Eingewöhnung.
Abseits der Ecolodge ging es auf den sogenannten Buffalotrail, der knapp eine Stunde um das Bergplateau der Lodge herumführte.
Ungewollte Begleiter ließen sich auf dieser Tour nicht vermeiden - zwei Frauen der Red Daos liefen mit uns mit in der Hoffnung, dass wir am Ende typische Sapa-Souvenirs von ihnen kaufen.
Für uns war das vollkommen okay, denn wir hatten ohne hin besseres zu tun als uns Gedanken um unsere Begleiter zu machen wie zum Beispiel die sagenhafte Aussicht zu genießen. Und natürlich haben wir am Ende bissli geshoppt quasi eine erste Belohnung für die Anstrengung.
Die Zweite erfolgte auf der Terrasse in Form von Bier für Björni... 
...und Lemonjuice für mich. Ich muss ja leider auf Alkohol verzichten - eine Schande aber auch...

Unser Trip in die Berge im Norden

Wenn man in den Norden nach Sapa fährt, dann lässt sich ein Nachtzug nicht vermeiden. Die Züge sind nicht sehr komfortabel (vor allem nicht für Björni), aber für die knapp 7-stündige Fahrt durch die Nacht zum Aushalten. Am Bahnhof angekommen ging es per Shuttlebus 45 Minuten die Berge hoch nach Sapa und von dort aus weitere 45 Minuten durch die Landschaft über Schotterstraßen zu der Topas Ecolodge.
Und die anstrengende Anreise hatte sich glücklicherweise gelohnt. Die Anlage lag auf einem Bergplateau mit spektakulärer Aussicht über die Region. Hier sieht man unseren Bungalow...
...der in jeder Hinsicht einer richtigen Berghütte ähnelte - wir waren begeistert und begaben uns nach einer erfrischenden Dusche auf die erste Erkundungstour.
Der Weg zu dem Hauptgebäude war beeindruckend und durch das gute Wetter hatten wir eine klare Sicht auf die umliegenden Berge - herrlich!
Am Hauptgebäude angekommen haben wir uns erst einmal mit einem ausgiebigen Frühstück gestärkt.
Auch dieses Gebäude passte perfekt in die Bergregion und erinnerte uns sowohl von außen wie auch von innen an eine zünftige Skihütte - nur war das Essen nicht ganz so zünftig...
Nach dem Frühstück genossen wir von der schönen Terrasse aus erst einmal die atemberaubende Aussicht auf Berge und Tal bevor es auf eine erste Wanderung ging...

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Heiraten in Vietnam TEIL 2

Auf jedem 10er-Tisch im Saal standen Getränke (6 Flaschen Bier, 2 Dosen Softdrinks und eine Flasche Vodka), mehr Getränke gab es die Feier über nicht, denn sie werden grundsätzlich nicht nachgefüllt. Für Björnis Firma waren 2 Tische vorbereitet, an einem saßen die Mädels und an dem anderen die Jungs.
Während die Zeremonie auf der Bühne stattfand wurde das Essen serviert - es gab sage und schreibe 12 Gänge und die Gäste waren deutlich mehr an dem Essen als an dem Geschehen auf der Bühne interessiert.
Das Brautpaar selbst hat nichts gegessen was hauptsächlich daran lag, dass sie nach der Zeremonie...
...von Tisch zu Tisch gingen und persönlich mit jedem Gast anstoßen - wie hier die Braut mit Björni und seinen Kollegen.
Und dann ist die Party auch schon vorbei, so eine Hochzeit dauert häufig nur 1 bis 2 Stunden und 2 Stunden sind schon seeeehr lang für die Vietnamesen. Wir sagen nur: "Ein Hoch auf deutsche Traditionen!!!"

Heiraten in Vietnam TEIL 1

Ein ganz besonderes Event ereignete sich im Oktober: Die Hochzeit einer Kollegin vom Björni und wir waren dazu eingeladen. Ich wusste nicht was mich erwartet (für Björni war das bereits die dritte Hochzeit) und so war ich seeeeeeeehr gespannt und am Ende geschockt... Aber seht selbst:
Das Gelände war riesig, in mehreren Hallen fanden im Abstand von 2 Stunden Hochzeiten im Akkord statt. Hier ist das Hochzeitsmobil unserer Gastgeber zu sehen.
Direkt am Eingang stand das Brautpaar und empfang persönlich alle Gäste - natürlich durften Fotos nicht fehlen, wie man sieht hatte an diesem Tag geregnet.
Die Vietnamesen lieben es kitschig und so war der Saal über und über mit Kunstblumen geschmückt.
Der Saal war am Ende mit knapp 500 Leuten gefüllt, von denen das Brautpaar höchstens 10% persönlich kannte.
Während alle Gäste ihre Plätze einnahmen wurden die Hochzeitsbilder auf einer Leinwand präsentiert. Sicherlich wurde das ein oder andere auch bei uns am Westlake aufgenommen. Für diese Shootings haben wir erfahren werden minimal 3 Kleider ausgeliehen (darunter auch das klassische Outfit Ao Dai) - auch das Brautkleid am Tag der Hochzeit ist IMMER geliehen.
Das Brautpaar marschierte zu klassischer Hochzeitsmelodie ein und präsentierte sich mit dem engsten Familienkreis auf der Bühne. Hier fand eine kurze Zeremonie mit dem Austausch der Eheringe statt (maximal 5 Minuten), Luftballons wurden zerplatzt, überdimensionale Wunderkerzen gezündet und es wurde mit rotem Sekt angestoßen.